Gernot Wimmer

Gernot Wimmer
GERNOT WIMMER, INTERNATIONALE KUENSTLERKOLONIE LIJALENT 2017

Statement des slowenischen Kunstkritikers Mario Berdič Codella

Gernot Wimmer „Gerry“ stellt seine Kunstwerke in Form einer virtuellen Ausstellung vor, wobei er seine digitalen Grafiken  „Fingerprints und Extended Fingerprints“ nennt.

Die beiden Titel verbergen eine kryptografische Bedeutung, und zwar, wenn man Finger ins Lateinisch übersetzt, bekommt man Digitus, das heißt dann digitaler Print, obwohl es sich eher um »mouse tracks« handelt, weil sowohl seine »Zeichnungen« als auch »Malereien« mit Computertechnik vollbracht sind und vom Künstler als Computergrafiken bildnerisch auf Leinwand gedruckt werden.

Der Extended Fingerprints genannte malerischer Zyklus unterscheidet sich von den ursprünglichen, Fingerprints genannten schwarz-weißen zeichnerischen Zyklus eigentlich nur durch die zusätzliche Färbung der Bildfläche (wie kolorierte Zeichnungen), mit der aber eine ganz bestimmte Atmosphäre geschaffen wird, da es sich um eine ausgeprägte Farbensymbolik handelt, wie zum Beispiel das Rot für die Leidenschaft oder das Leiden (Passio), das Gelb oder Gold für die Mystik, das Weiß für das Übernatürliche, das Blau für die Weisheit oder Unendlichkeit des Universums, das Grün für die Natur oder Fruchtbarkeit usw.

Wimmers digitale Grafiken werden in einem unverkennbarem Kunststil geschaffen, da er mit seiner organischen, d.h. rundlichen oder kurvigen Formen seinen eigenen Fantasiewelt abbildet, wo sich die Menschen zwar einsam fühlen, aber in Wirklichkeit mit einer Vernetzung, die manchmal auch unterbrochen wird, und hier und da an das Nervengewebe oder ans Internet assoziiert, sowohl spirituell als auch kosmisch miteinander verbunden sind.

Eine weitere stilistische Besonderheit bildet der organisch aussehende Hintergrund, der aus unregelmäßigen, kreisförmigen „Zellengewebe“ besteht, manchmal aber auch aus seltsamen, intestinal aussehenden Fragmenten. In solchen „Biotopen“ werden dann menschliche Figuren in einzel- oder Gruppenkompositionen eingeordnet, deren Mehrheit die Frauenakte bilden, manchmal in homoerotischen Beziehungen.

 In dem Fall wird aber die Beziehung nicht nur als körperlich oder sinnlich abgebildet, sondern auch als seelisch hervorgehoben. Man kann aber unter anderen Kunstmotiven, wie Blumen, auch rare Exemplare, sowohl aus der Antike, wie zum Beispiel Zentauren und als absolute Seltenheit sogar Zentaurinnen, als auch andere seltene ikonografische und symbolische Motive auffinden.

Darunter gehört auch die einzigartige Abbildung des Gekreuzigten in Wimmers Opus. Da wird der gekreuzigte Jesus mit totscheinendem Antlitz in diagonaler Projektion nur als Torso abgebildet und zwar ohne Dornkrone, weil stacheldrahtartige Vernetzungen sowieso überall auf der Bildfläche auftreten, als Symbole des ungeheuerlichen Leidens. Ein weißer Blitz schlägt aus der linken Seite des Himmels durch den Arm Jesu als ein Reanimierungsversuch, was in solcher Form sicher nie zuvor abgebildet wurde. Echte Reanimierung kommt aber aus der rechten Seite in Form einer goldenen Wolke, als Symbol des Heiligen Geistes, der durch den Mund Christi einzutreten scheint.

Das Bild des Gekreuzigten von Gernot Wimmer bedeutet sowohl eine ikonografische Rarität als auch ein Höhepunkt seines bisherigen künstlerischen Schaffens. Jedenfalls kann man all seine Kunstwerke als Seltenheiten bezeichnen, weil sie in einem unnachahmbaren Stil abgebildet sind. Sie zwingen den Betrachter zur Meditation über die menschliche und göttliche Liebe und zum Nachdenken über den Sinn des Lebens im Allgemeinen. 

Mario Berdič Codella, Kunstkritiker und Kurator, Maribor, April 2019

Über mich

GERNOT WIMMER, KÜNSTLER UND DESIGNER
GERNOT WIMMER, KÜNSTLER UND DESIGNER

Ich habe in meiner Kindheit mit dem Malen begonnen wobei meine Talente während des Heranwachsens ins Erwachsenenalter immer mehr ins Unterbewusstsein gerutscht sind. Vor einigen Jahren habe ich meine Kreativität wieder entdeckt. Als ich merkte, dass ich ein Händchen fürs Malen habe, wurde mein Durst nach kreativen Tätigkeiten ständig größer. Mein Bewusstsein wollte einfach wieder mein verlorenes „ICH“ wiederfinden. Seit dieser Zeit zeichne und male ich wieder mit größter Freude und möchte ständig etwas dazulernen. Mit der Zeit merkte ich, dass ich irgendwo Blockaden habe und holte mir Rat.

„Wenn du Malen können willst, musst du auch Zeichnen können“.

Wie gehört, so getan. Von diesem Zeitpunkt versuche ich alles zu kritzeln was mir in den Sinn kommt. Egal ob auf einer Serviette, Schmierzettel, auf Leinwand oder am Handy. Ich kritzle einfach so für mich dahin. Seitdem besuche ich auch regelmäßig einen Zeichenkurs bei Peter Schrittwieser in Graz. Er ist ein super Lehrer, doch auch ein bisschen streng. Da geht nix mit nur Kritzeln, da lernt man schauen und genau zu sein. Naja, da tu ich mir ein bisschen schwer mit meinen Scheudeckeln aber mit etwas üben bekommt man das hin.

Um meine Malerei zu verbessern nehme ich noch ab und zu Malstunden bei Kerstin Eberhard alias „Florinda“. Sie treibt mir mein logisches Denken beim Malen aus und bringt mir bei wie man mit dem Herz anstatt mit dem Verstand malt. Einfach super die beiden. An dieser Stelle bedanke ich mich bei beiden.

Anfangs habe ich mich auf Landschaftsmalerei, Abstrakte Malerei, zeichnen nach alten Meistern sowie auf das Portrait – Zeichnen spezialisiert. Inzwischen habe ich meinen eigenen Stil kreiert, meine Fingerprints und Extended-Fingerprints.

Fingerprints & Extended-Fingerprints

Wie ist es zu meinen Fingerprints gekommen?

Ich überlegte wie ich meine sinnlose Zeit in den Öffis besser nutzen konnte. So kam ich einfach auf die Idee am Smartphone zu kritzeln. Dies mach ich nun schon seit vielen Jahren täglich währendem ich mit den Öffis unterwegs bin oder einfach bei einem Kaffee in einem Lokal sitze. Ich nenne meine Zeichnungen am Handy oder am Tablet einfach Fingerprints, weil ich sie zu Beginn einfach mit meinen Fingern gezeichnet habe.

Ich habe meine Technik der Fingerprints ständig weiter ausgebaut und habe einige Jahre benötigt um eine Technik zu finden, damit ich meine Fingerprints auf Leinwandgröße bringen kann. Ende des letzten Jahres war es nun so weit, dass ich meine Fingerprint auf eine Leinwandgröße bis zu 300×500 cm bringen kann. Da ich ständig auf der Suche nach neuen Ideen bin, so hab ich damit begonnen, meine Fingerprints weiter zu entwickeln. Es entstanden meine Extended-Fingerprints. Hierbei überarbeite ich einfach meine Fingerprints digital mit Bildbearbeitungsprogrammen. Es entstehen neue Werke.

Des Weiteren baue ich nun auch je nach Gefühl und Idee meine Fingerprints einfach in meine Bilder ein, und auch hier entstehen wiederum super tolle neue Abstraktionen.

Was inspiriert mich zum Malen und zum Zeichnen?

Naja, eigentlich alles was ich finde. Sei es ein Buchstabe den ich irgendwo auf einem Plakat entdecke, die Natur, Szenen im Alltag, Akt, Portraits, ein Gefühl oder einfach nur meine Phantasie. Hierbei erstell ich einfach mal einen kleinen Umriss oder eine Figur im Detail und dann schalte ich mein Hirn weg und lass mich führen. Erst wenn der „Mal – Fluss“ zu Ende ist, schau ich mir mein Werk an uns sehe was und wie ich weitermachen werde und dann beginnt mein Kreislauf von vorne.

Ich liebe es einfach zu malen, kreativ zu sein und den Weg zu meinen wirklichen Talenten zu finden. Größte Freude macht mir natürlich, wenn ich durch meine Bilder andere Menschen glücklich machen kann und sie auch den Weg zur eigenen Kreativität finden.

Hierfür habe ich im Jahr 2018 ein Facebook – Experiment gestartet, wobei ich durch das Mitwirken unterschiedlicher Menschen einfach mal ein Bild male. Hierzu mach ich kleine Vorschläge und die Gruppenmitglieder sagen mir Ihre Ideen dazu. So jetzt habe ich die Ideen von meinen Gruppenmitgliedern und dann starte ich wieder meinen Mal-Fluss und wir sehen was dabei herauskommt.